Bird's Paradise

Daniel Koschitzki ist einer der wenigen Musiker, die es geschafft haben, sich mit zwei Instrumenten gleichermaßen virtuos auf internationalen Bühnen zu präsentieren. Als Blockflötist zählt er nach sieben Jahren im renommierten Amsterdam Loeki Stardust Quartet und zahlreichen Preisen – darunter der 1. Preis beim Moeck/SRP Solo Recorder Playing Competition in London – längst zu den Weltbesten seiner Zunft. Daneben macht er aber auch als Pianist regelmäßig von sich hören, in den letzten Jahren vor allem im Duo mit der bekannten Blockflötistin Andrea Ritter.

Es sind gerade die unerwarteten, selten gehörten Klänge, die Daniel Koschitzki auf dem Klavier kultiviert. Er liebt die Zwischentöne, feinste Nuancen und farbige Schattierungen. So entstehen bei seinen Auftritten immer wieder Momente zärtlich subtiler Intimität, mit denen er sein Publikum besonders zu beeindrucken vermag. "Sein gefühl- und temperamentvolles Spiel ist eine Wonne für Auge und Ohr", schrieb die Heilbronner Stimme und die Südwestpresse sprach von einem "außergewöhnlichen Pianisten mit einer schier unerschöpflichen Farbpalette".

Im Jahr 2000 hatte sich Daniel Koschitzki als Pianist des Trio Lunaire beim Internationalen Kammermusikwettbewerb in Heerlen/Niederlande den 1. Preis und den EMCY Art for Music Prize erspielt. Diesen Auszeichnungen folgten zahlreiche Auftritte im In- und Ausland, unter anderem bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und den Winterfestspielen in Lillehammer/Norwegen. Hatte sich das Trio Lunaire bereits auf Werke abseits des gängigen Klaviertriorepertoires spezialisiert, zum Beispiel von Anton Arensky, Frank Martin, Camille Saint-Saëns oder Bedrich Smetana, so entwickelte Koschitzki wenig später ein zunehmendes Faible für völlig ausgefallene Besetzungen und ungewöhnliches Repertoire.

Besonders der orchestral kraftvolle Klang neo- bzw. spätromantischer Klavierquintette hatte es ihm angetan und er brachte regelmäßig Werke von Ernö Dohnányí, Ottorino Respighi, Dmitri Schostakowitsch oder Josef Suk zur Aufführung – oft in Zusammenarbeit mit dem Quasar Streichquartett. Daneben galt ein weiteres Hauptaugenmerk den Jazz- bzw. Romantik-affinen Zeitgenossen wie Lera Auerbach, Kenji Bunch, Johannes Motschmann oder Michael Nyman. Auf der Reise im Kosmos dieser raren Klänge stieß er schließlich auf das kaum aufgeführte Repertoire für Blockflöte und Klavier, das seine beiden Instrumente vereint und ihm daher mittlerweile ganz besonders ans Herz gewachsen ist.

Als Pianist arbeitet Daniel Koschitzki seit mehreren Jahren zusammen mit der Blockflötistin Andrea Ritter. Ausflüge in den Kleinkunst- und Jazzbereich, die die beiden von 2005 bis 2008 regelmäßig unternommen hatten, führten schließlich zu dem Wunsch, die verschiedensten Genres und Bereiche in einem völlig neuen Programm miteinander zu verbinden. Gemeinsam konzipierten die beiden Musiker das Programm Bird’s Paradise, für das Koschitzki mehrere Werke arrangiert und komponiert hat. Das Programm verknüpft geschickt Versatzstücke aus Klassik, Pop, Jazz, Kabarett und absurdem Theater und kam mit großem Erfolg unter anderem bei den Blokfluitdagen in Mechelen/Belgien oder dem International Recorder Festival in Montreal/Kanada zur Aufführung.

Von 1999 bis 2007 studierte Daniel Koschitzki an der Staatlichen Musikhochschule Karlsruhe Blockflöte bei Karel van Steenhoven und Klavier bei Michael Uhde und Markus Stange. Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes führte er beide Instrumente parallel bis zum zweiten Aufbaustudiengang im Konzertfach, wobei er auf der Blockflöte solistisch ausgebildet wurde und auf dem Klavier einen Schwerpunkt in der Kammermusik legte. Im Sommer 2007 schloss er beide Studiengänge "mit Auszeichnung" ab. Seit 2004 hat Daniel Koschitzki einen Lehrauftrag als Blockflöten- und Klavierlehrer an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe inne.